Mittwoch, 25. Januar 2017

Ansprache beim Neujahrstreffen


Liebe Mitglieder,
die Bürgerhilfe wird in diesem Jahr 20 Jahre alt.
Als Verein feiern wir nur unsere runden Geburtstage und haben deshalb noch nicht viel Übung darin. Eins aber ist klar: Mit 20 Jahren sind wir mündig und sollten uns jetzt selbst Gedanken machen, wie es mit uns weiter geht.
Unsere Gründer haben uns einen schönen Gedanken hinterlassen:
Wir wollen ein Verein für gegenseitige Hilfe sein und so zu zu einem verbesserten Zusammenleben in unserer Gemeinde beitragen.

Mit der gegenseitigen Hilfe ist das freilich so eine Sache:
Wenn beide Seiten fragen: "Was kann ich für Sie tun?", kommt dabei nichts heraus.
Das heißt: Man muss bereit sein, sich helfen zu lassen, und andererseits etwas finden, was man für andere tun kann. Das klappt immer wieder, aber längst nicht so oft, wie wir uns das wünschen. Denn im vergangenen Jahr hatten wir zwar 49 aktive Helfer, aber 110 Mitglieder, die weder geholfen haben noch Hilfe nachgefragt haben.
Daher meine Frage: Läuft da etwas falsch? Wünschen wir uns zuviel oder lässt sich etwas ändern?
Doch darauf kommen wir später noch zurück.

Zunächst ein paar Hinweise, was wir geändert haben:
Künftig wird jedes Mitglied darüber informiert, wie sich sein Punktestand verändert hat. Dann kann es nicht mehr passieren, dass jemand kommt und sagt: "Ich habe gehört, ich soll Minuspunkte haben. Ich habe mein Punktekonto doch immer ausgeglichen." Und sich dann herausstellt, die Minuspunkte hat er schon seit Jahren und hat es nur nicht mitbekommen.

Von jetzt ab kann man auch Punkte weitergeben. Dann kann es nicht passieren, dass man über 100 Jahre alt werden muss, damit jemand etwas von den Punkten hat.

Nicht freiwillig geändert haben wir den Beitragseinzug. Da ist uns vorgeschrieben, dass wir den Betrag zu einem festen Zeitpunkt einziehen müssen, d. h. immer zum 3. Februar oder zum darauf folgenden Arbeitstag der Bank.

Freiwillig haben wir uns entschlossen, die Stadt beim Aufstellen von Ruhebänken zu unterstützen. Das hilf uns, weil an vielen Stellen noch Bänke fehlen, und ist andererseits eine Werbung für die Bürgerhilfe, denn wir werden ein Schild anbringen lassen, mit dem wir auf uns aufmerksam machen.
Freilich bezahlen wir keine 100 Bänke, sondern nur eine. Und für die können Sie Vorschläge machen, wohin sie soll.

Hinweisen möchte ich auch auf die Bensheim-Karte:

"Mit der Karte erhalten die Inhaber Ermäßigungen auf Eintrittsgelder oder Gebühren in öffentlichen Einrichtungen wie im Parktheater, in der Volkshochschule oder Musikschule. Die Bensheim-Karte soll Bensheimern, die besonders bedürftig sind, die Chance geben, kulturelle und sportliche Angebote in Bensheim wahrzunehmen. Wir werden der Stadt mitteilen, dass alle Inhaber dieser Karte, die von der Stadt ausgestellt wird, für die Mitgliedschaft bei der Bürgerhilfe keinen Beitrag zu zahlen brauchen. 
Berechtigte sind laut Stadtverwaltung alle in Bensheim wohnhaften Leistungsempfänger nach SGB II (Sozialgesetzbuch, Hilfe zur Arbeit), SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei andauernder Erwerbsminderung) oder diejenigen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten." (Bergsträßer Anzeiger 23.1.17) 

Für Inhaber der Bensheim-Karte ist die Mitgliedschaft in der Bürgerhilfe kostenlos.


Ich habe vorhin die Frage gestellt, ob wir damit zufrieden sein können, dass letztes Jahr knapp zwei Drittel unserer Mitglieder weder jemandem geholfen haben noch um Hilfe gebeten haben.

Also: Sollten wir unbedingt etwas unternehmen, damit mehr Hilfen nachgefragt und geleistet werden, oder ist so weit alles in Ordnung?

Und wenn es nicht in Ordnung ist, was können wir dagegen tun? Über diese Fragen können Sie jetzt an den Tischen einmal sprechen. Aber mindestens genauso wichtig ist, dass Sie an den Tischen die Fragen sammeln, die Sie von zu Hause mitgebracht haben oder die Ihnen inzwischen eingefallen sind.

Das Beste ist wohl, dass Sie an den Tischen Fragen sammeln und darüber sprechen und dann Ihre Fragen aufschreiben und nach vorne bringen.
Dann wollen wir sie gemeinsam besprechen.



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