Mittwoch, 7. November 2018

Hilfe leisten und Hilfe annehmen (Bericht vom Abendstammtisch am 6.11.18)


Auf der Zukunftswerkstatt der Bürgerhilfe war die Einrichtung eines Abendstammtischs beschlossen worden. Bei seiner ersten Zusammenkunft konnten die Organisatorinnen Petra Lüft und Barbara Schaack die bewährte Referentin Frau Dr. Schirling vorstellen. Diese erläuterte, weshalb es oft schwer fällt, von anderen Hilfe zu erbitten, und was man tun kann, um diese Hemmungen zu überwinden.



Was macht es so schwer um Hilfe zu bitten?

1. Von Kind auf Gelerntes: Was denken die anderen?
2. Die eigene Unabhängigkeit scheint bedroht. "Bitte nicht helfen, es ist auch so schon schwer genug."
3. Unzureichendes Vertrauen, verstärkt durch zu viele beunruhigende Fernseh- und Zeitungsnachrichten
4. Scham, als bedürftig zu gelten
5. Angst, jemandem zur Last zu fallen
6. Angst vor Zurückweisung, vor einem Nein
7. Perfektionismus, hohe Erwartungen an das Niveau der Hilfe

Was hilft uns, leichter zu bitten?

1. Selbstvertrauen, nicht zu sehr darüber nachdenken, was die anderen denken könnten
2. Übertriebene Erwartungen an sich selbst abbauen wie 'selbst ist der Mann / die Frau'
'ein Indianer kennt keinen Schmerz'
3. Bereit sein, Hilfe als Lernanlass zu sehen und wenn auch nur durch das Kennenlernen von anderen und deren Kompetenzen.
4. Möglichst bald um Hilfe bitten, nicht aufschieben und sich selbst wieder ausreden
5. Wenn wir Hilfe annehmen, geben wir dem anderen ein gutes Gefühl von Bedeutung zu sein.
6. Um Hilfe zu bitten stärkt die Gemeinschaft, verringert die Gefahr der Einsamkeit
7. Hilfe anzunehmen bedeutet, anderen und sich selbst Wertschätzung zu geben.

Donnerstag, 1. November 2018

Abendstammtisch am 6.11. 18:30 Uhr im Kurhotel Krone mit Frau Dr. Schirling: „Hilfe geben und Hilfe annehmen“

Der 1. Abendstammtisch der Bürgerhilfe wird am 6.11. 18:30 Uhr im Kurhotel Krone stattfinden.
Wir freuen uns beim ersten Treffen über ein gegenseitiges Kennenlernen und ein lockeres Beisammensein. Über die Ziele unseres Vereines – lebendige Nachbarschaftshilfe – kann an diesem Abend ebenfalls mehr erfahren werden. 

Frau Dr. Schirling wird an diesem Abend über das Thema "Hilfe geben und Hilfe annehmen" referieren und freut sich über angeregte Diskussionsbeiträge.

Hilfe geben erscheint uns oft leichter als um Hilfe zu bitten oder sie einfach anzunehmen. Helfen gilt allgemein als Zeichen der Stärke während um Hilfe bitten oftmals mit Schwäche oder mit Unfähigkeit verknüpft wird.  Welches Umdenken ist hier erforderlich,  mit dem Ziel:  Sich helfen lassen ist auch eine Form der Selbstfürsorge und der Selbstverantwortung.  
Über diese Themen wollen wir uns am ersten Abendstammtisch der Bürgerhilfe unterhalten. Alle Interessierte und Gäste sind willkommen.

Freitag, 26. Oktober 2018

Stadtführung von Frau Dr. von Werner am 26.10.18

Zunächst werden hier bloß ein paar Fotos vom Rundgang gezeigt. Im Laufe der Zeit wird auch Inhaltliches nachgetragen.


Die Stadtkirche ist erst seit dem 19. Jahrhundert St. Georg geweiht.
Die erste Kirche war nach St. Michael benannt. Der Name wurde dann von der neuen evangelischen Kirche an der Darmstädter Straße aufgegriffen.


Der Rote Turm hatte seinen Namen von dem roten Dachhelm.


Hausinschriften

Die meisten wurden nachträglich angebracht, um auf die verschiedenen Besitzer hinzuweisen, die im Laufe der Jahrhunderte das Haus besessen haben.



Was gab es hier ab 1864?


Wer nutzt heute das Haus von Andres Heintz?

(Auflösung sieh unten*)



Hier fallen einem beim genauen Hinsehen merkwürdige Zeichen auf:
Was steht anstelle von 1, was anstelle von D, was anstelle von tz?
























Was war ein Rotgerber?
Was bedeutet das Zeichen?*




In der Gerbergasse floss der Bach. Weshalb wurde dies Viertel in der Neustadt meist
gemieden?*
In Bensheim gab es kein Getto, aber Juden durften keine neuen Häuser bauen. Joseph hat ein Grundstück mit drei kleinen Häusern gekauft und darauf 1670 ein großes gebaut.

Zugang zu Hospital und  Hospitalkirche



Der Blick von der 1860 gebauten Bahnhofstraße auf die Kirche


In dem Torpfosten war - wie direkt unter dem Kapitel zu erkennen - eine Mesusa eingelassen, eine Schriftkapsel, die das alte jüdische Gebet Schma Jisrael enthält.
Damit folgten die Juden dem Wort aus dem 5. Buch Mose: „Du sollst [diese Worte] auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.“

Teilnehmer, die damit einverstanden waren, dass ihr Foto veröffentlicht wird
*Auflösung: Ab 1864 Druckerei, heute Musikschule
* Rotgerber sieh Link: Lohgerber; das Zeichen ist das (vereinfachte) Wappen der Rotgerber
Meiden der Gerbergasse wegen Gestank:
“In des Leders Werdegang
ist die Hauptsach’ der Gestank.
Kalk, Alaun, Salz, Mehl, Arsen
machen ‘s gar recht weiß und schön.
Eigelb, Punkel, Hundeschiete
geben ihm besond’re Güte.
Drum ist es ein Hochgenuß,
auf den Handschuh zart ein Kuß.”
Alter Weißgerberspruch

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Vorankündigung: 1. Abendstammtisch am 6.11. 18:30

 Der 1. Abendstammtisch der Bürgerhilfe wird am 6.11. 18:30 Uhr im Kurhotel Krone stattfinden.
Wahrscheinlich gibt es dabei auch einen Kurzvortrag. (Wer etwas anbieten möchte, kann sich bei Frau Lüft oder im Büro melden.)
Auch wer erst um 19:00 Uhr kommen kann, kommt nicht zu spät.

Das Cochlea-Implantat – eine großartige Hilfe für Hörgeschädigte

Beim Stammtisch in Auerbach hielt das Vorstandsmitglied Marianne Hoffmann einen Vortrag über ihre Erfahrungen mit dem Einsetzen eines Cochlea-Implantats (CI)
Es geht ihr darum, die Furcht vor dem durchaus nicht unkomplizierten Eingriff zu nehmen und ihren Zuhörern die Chancen der erstaunlich wirksamen Erfindung klar zumachen, damit auch sie die Erfahrung machen können, die ihr die Operation bescherte: Glück über Hören wie in ihrer Jugend.

Das Cochlea-Implantat (CI) bedeutet freilich keinen kleinen Eingriff. Bei der Operation wird hinter der Ohrmuschel ein kleiner Schnitt gemacht. Dabei wird der Gehörgang hinter dem Trommelfell geöffnet und in die Cochlea, die Hörschnecke, wird eine künstliche Schnecke eingeführt. Diese fängt an ihrem Anfang, also im Inneren, die hellen Töne auf, an ihrem Ende, vor dem Gehörgang, die dunklen, genauso wie beim natürlichen Hören. In den Schädelknochen über dem Ohr werden Elektroden eingepflanzt, die mit der Cochlea in Verbindung stehen. Dann wird ein Magnet eingesetzt, der den Sprachprozessor, das lose externe Teil des Implantats, am Kopf festhalten kann. Die akustischen Signale werden im Gehirn in Sprache umgewandelt. Anfangs ist der Höreindruck noch ziemlich computerhaft. Doch nach einer eingehenden Schulung war das Ergebnis besser als jede Erwartung.
Um herauszufinden, ob ein CI für sie eine Option sein könnte, besuchte Frau Hoffmann mehrere Treffen mit Hörgeschädigten, die von ihren Erfahrungen mit dem CI berichteten, sogenannte CI-Cafés. Ende Mai erfolgte die Operation, bei der ihr außer dem Gerät auch ein neues Trommelfell als Feuchtigkeitsschutz eingesetzt wurde. Nach einem Monat wurde dann das Gerät auf das Hören eingestellt. Danach konnte sie bereits mit dem Ohr telefonieren, auch wenn der Sprachklang noch recht künstlich war. Nach drei Wochen Reha hatte sie wieder einen vollständigen Höreindruck, der freilich noch manche Verbesserungen gebrauchen konnte, die durch Übungen elf Monate nach der Operation zu 90 Prozent Hörleistung führten. Heute fühlt sie keinerlei Defizit mehr.
Die durchaus nicht unerheblichen Kosten für Operation, Reha und weitere zugehörige Leistungen wurden von der gesetzlichen Krankenkasse vollständig übernommen.
Dieser Vortrag regte zahlreiche Fragen an, die Frau Hoffmann direkt und mit Hilfe von Informationsmaterial beantworten konnte. 

Ein Informationsblatt der Uni Mannheim kann auf Anfrage beim Büro per Mail zugesandt werden. Weitere Informationen kann man beim Leiter des Cochlea-Implantat Zentrums der Universität Mannheim Dr. med. Jerome  Servais erhalten.

Donnerstag, 30. August 2018

Stichpunkte zum Vortrag von Otto Merkel über: Mehr Lebensqualität durch lösungsorientiertes Handeln

Herr Merkel stellte kurz die Herkunft des lösungsorientierten Ansatzes vor (Milton EricksonSteve Shazer Insoo Kim Berg)









 

Danach lud er die Zuhörer zu einer Phantasiereise ein, in der über Nacht ein Wunder passiert wäre und alles wäre, wie man es sich wünscht.
Woran merkt man es selbst?
Woran merken es die anderen?

Dann gab er allen Besuchern drei Fragen mit, die im Alltag diesem Wunder durch kleine Schritte näher bringen könnten.

Die Fragen lauten dem Sinne nach:
1. Was habe ich heute gut gemacht, was hat mir Spaß gemacht?
2. Was hat jemand anderes gut gemacht? Habe ich ihn ermutigt, so etwas häufiger zu tun?
3. Was habe ich wahrgenommen, was mich erfreut und was ich liebe?

Herr Merkel bietet aber ab dem 13. 9. im Mehrgenerationenhaus auch einen Kurs an, wo man 14-tägig an fünf Nachmittagen sich intensiver auf den Weg machen kann.